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Aktuelle Informationen

 

September 2012 FORENING

Am 29 September fand auf der Museumswerft ein Zusammentreffen am Modell der Foreining statt. Vor dem 1:3,5 Modell der Schnaubrigg las der Flensburger Unternehmer Hans Dethleffsen aus seiner Familienchronik. Die Geschäftsbriefe seines Vorfahren Christian Dethleffsen, der als Flensburger Kaufmann den Bau der Brigg NEPTUNUS 1779/ 1780 im Auftrag des Kopenhagener Reeders Cramer überwachte, illustrierten sehr anschaulich den Werftalltag und die zeitgeschichtlichen Zusammenhänge im ausgehenden 18. Jahrhundert. Im Anschluß trug Gerd Zierberg den aktuellen Stand seiner Recherche rund um den Westindiensegler vor und der Bootsbaumeister Thomas Frömming erklärte am Modell den Stand der Arbeiten. So könnte es sein, dass die zweite FOREINING an fast dem gleichen Ort wie das Vorbild erbaut wird.

April 2012 Modell des Westindienseglers entsteht

Auf der Werft ensteht das Spantengerüst des Westindienseglers- als Modell im Maßstab 1:3,5. Nachdem der Bootsbaumeister Thomas Frömming anhand alter Pläne mit moderner Technik ein 3d-Computermodell erstellt hat, werden die neu gezeichneten Pläne nun als 1:3,5 Modell real: Das Spantengerüst lässt die spätere Größe und Form des Westindienseglers schon erahnen- selbst das Modell ist schon ein richtiges Boot mit ca 10m Länge und Masten mit einer Höhe von ca 9m.

März 2011 Von Flensburg nach Westindien...

Flensburg war lange die drittgrößte Hafenstadt des dänischen Gesamtstaates nach Kopenhagen und Altona. Geographisch war Flensburg gegenüber den beiden Häfen im Nachteil. Trotzdem entfaltete sich ein reger Handel mit Dänisch-Westindien in der Zeit von  1755  bis 1848, vor allem nach 1815.  Die Schiffslisten von 1750 weisen 113 Schiffe mit 2.996 Kommerzlasten aus, also eine Durchschnitts-größe von 26,5 Kommerzlasten. 

Die Möglichkeit für die Flensburger, sich am Westindienhandel zu beteiligen, ergibt sich, nachdem der dänische König 1754 die Westindische Kompagnie übernommen hat und den Handel für dänische Untertanen in Dänemark, Norwegen und dem Herzogtum Schleswig freigegeben hat. 

Zu den bedeutendsten Flensburger Kaufleuten dieser Zeit gehörte Johann Gerhard Feddersen (1712-87). 1753 wurde er Direktor der Grönländischen Kompagnie. Auf seine Anregung hin  gründeten Flensburger Kaufleute 1755 die „Westindische Kompagnie, auch „Handlungsgesellschaft auf St. Croix in Westindien“ genannt. Als erstes erwarb die Gesellschaft ein passendes Schiff, eine Schnau von 57 Kommerzlasten. Das Schiff erhielt den Namen „Neptunus“. Am 11. Oktober 1755 wurde der Seepaß ausgestellt. Kapitän wurde Hans Bleeke von Röm. Die Besatzung von 17 Mann war „aus hiesigem Volk“ zusammen-gestellt. Die Ladung bestand aus Lebensmitteln.  Die Reise verlief ohne Probleme.                                                                                     

Man war in Westindien mit den Flensburger Waren in so hohem Maße zufrieden, daß man eine Liste der Konsumgüter für den jährlichen Bedarf der Insel St. Croix zusammenstellte,  die u.a. in grossen Mengen anführte:  Fleisch, Speck, Butter, Mehl, raffinierten Zucker, Tee und Weine. Als Plantagenbedarf war aufgelistet: Kappmesser, Balken, Nägel, Faßdauben und  Bänder, Sklavenbekleidung und Segeltuch.  Als Ballast wurden Ziegelsteine der hiesigen Ziegeleien mitgeführt. Noch heute sieht man auf St. Croix zahlreiche öffentliche und private Gebäude aus den gelben Ziegeln.

Die nächste Reise der „Neptunus“ mißlang leider, als das Schiff am 31. August 1757 auf dem Rückweg von Westindien an der jütischen Küste strandete und seine wertvolle Ladung verlor. Der Handel auf Westindien war vornehmlich ein Tausch von Lebensmitteln und allerhand Bedarfsartikeln für die Plantagen gegen die Erzeugnisse Dänisch-Westindiens, vornehmlich Rohrzucker.

In Kopenhagen hatte die Westindische Kompagnie 1733 das Monopol erlangt, in eigenen Raffinerien Zucker zu raffinieren. Erst 1762 erhielt die Flensburger Westindische Handelsgesellschaft die Erlaubnis, eine Seifensiederei zu einer Zuckerraffinerie umzubauen. 1764 erteilt der Flensburger Magistrat der Gesellschaft die Produktionslizenz auf  25 Jahre.

Die Museumswerft Flensburg plant den Nachbau eines Westindienseglers.

Trotz zahlreicher Anfragen bei deutschen und dänischen Museen hat die Museumswerft bisher keine Zeichnungen der „Neptunus“ finden können. Da die Bauweise „Schnaubrigg“ und die Tonnage von 57 Kommerzlasten bekannt sind, kann man die Abmessungen des Schiffes errechnen.

Die Last war eine frühhansische Maßeinheit und bezeichnete ursprünglich die Menge Getreide, die von einem von vier Pferden gezogenen Fuhrwerk transportiert werden konnte. Im Mittelalter wurde sie eine Messgröße, um die Transportkapazität von Schiffen zu bestimmen.: 1 Last = 2 Tonnen.

 

Quelle: „Von Flensburg nach Westindien“ von Hans Rühmann

 

Januar/ Februar 2011 Das zweite Gokstad-Boot ensteht

Nach der Rekonstruktion eines bei Gokstad in Norwegen gefundenen Wikingerbootes im Jahre 2008 für das Museum in Haitabu, ensteht derzeit auf der Museumswerft das zweite Boot.

Die nachgebauten Boote waren mit einem weiteren kleinen und einem großen Wikingerschiff Grabbeigaben eines Wikingerhäuptlings im späten 9. Jahrhundert. Das Grab wurde 1880 entdeckt und ausgegraben.

Das Boot ist aus Eiche gebaut, nur die oberste Planke ist aus Nadelholz. Beeindruckend welch eleganten Boote unsere Vorfahren und der Bootsbaumeister Thomas Frömming gebaut haben!

April 2010, "Jesusboot"in Bau.

In der kleinen Bootsbauhalle wird an dem "Jesusboot" gearbeitet. Der Name "Jesusboot" ist natürlich nicht ganz richtig, denn die archäologischen Funde vom See Genezareth, nach denen diese Rekonstruktion entsteht, sind römischen Ursprungs. Da aber die Fundstücke auf die Zeit um Christi Geburt datiert wurden, bestünde die Möglichkeit, dass Jesus von einem solchen Boot aus gepredigt hat.

Das Boot hat eine Länge von 8,5m und eine Beite von 2,3m und soll zukünftig für Erlebnispädagogische Arbeit auf der Schlei eingesetzt werden. Bis zum Stapellauf am 1. Mai 2010 kann man den Bootsbauern bei Ihrer Arbeit über die Schulter schauen.

Spannend wird das Trimmen des Bootes und die ersten Testfahrten. Bei der Kiellegung im Januar, als Kiel, Steven und drei Spanten standen, war schon mehr vorhanden, als die Archäologen bergen konnten: der Nachbau des Bootes ist also keine exakte Rekonstruktion.

Da das Boot kein Museumsstück, sondern mit Jugendlichen in Fahrt gebracht werden soll, muß beim Bau auch an Sicherheitstechnik und einen Motor gedacht werden. Die Initiatoren der Idee, die Pastoren Gisela Andresen und Michael Bruhn vom Nordelbischen Bibelzentrum in Schleswig, planen nach dem Stapellauf mit dem Boot den Kirchenkreis Schleswig- Flensburg komplett zu umfahren- es werden noch Freiwillige gesucht...

August 2009, Stapellauf Dansk Jagt.

Nun ist die große Bootshalle leer und die Dansk Jagt wartet auf dem Slipwagen darauf, in das nasse Element zu gleiten.

July 2009

Es ist soweit! Am 02.08.09 um 11.00 Uhr soll die Dansk Jagt in ihr eigentliches Element gleiten.

Kein anderes Projekt ist so eng mit der Geschichte der Werft verbunden wie dieser Nachbau einer Dansk Jagt aus Marstall nach Plänen von 1794.

1999 wurde im Mai der Kiel gelegt, in Kooperation mit den drei dänischen Museen Teglværksmuseum Cathrinesminde, Aabenraa Museum und Marstal Søfahrtsmuseum.

Die Spanten stehen wieder Foto: KN/dh

Damals war die Werft noch am Ostufer auf Pontons und einem schmalen Landstreifen zu finden.

Als das Spantengerüst stand, musste die Werft im Jahr 2000 wieder einmal umziehen, zurück an das Westufer an den heutigen Standort. Hierfür wurden die Spanten wieder demontiert und die „zweite Kiellegung“ fand in aller Stille auf der Baustelle der Werft statt.

Dann wurde über dem Schiffsskelett eine Halle gebaut und darum herum kleine rote Buden: Als die Werftgebäude fertig waren, ging die Arbeit am Schiff weiter und im Frühjahr 2004 war der Rumpf fast fertig beplankt.                                  

Neben allen anderen Bau-, Reparaturaufträgen und dem weiteren Aufbau der Werft, veränderte das Schiff langsam und fast unmerklich sein Aussehen…..

2006 war die Slipanlage für den Stapellauf fertig, 2007 das „Fahrgestell“, der Slipwagen. Nun war es wie immer eine Frage der Zeit und des Geldes, wann die Arbeiten dem Ende zugehen würden. Im Frühsommer 2009 leuchteten plötzlich ungewohnte Farben aus der Großen Bootsbauhalle: die Jagt hatte ihren typischen, farbenfrohen Anstrich erhalten.

Es sind natürlich noch viele Dinge zu tun bis zum 2. August, aber die Werft, alle Paten- und Partenbriefinhaber sowie der Förderverein, der fast die ganzen Materialkosten für den Rumpf getragen hat, sehen dem großen Ereignis mit Freude entgegen.

Dansk Jagt fast auf der Zielgeraden - März 2009

An der Dansk Jagt in der großen Bootshalle wird gegenwärtig die Reling angepasst. Bis zur Fertigstellung sind noch viele Arbeiten zu erledigen, aber nach langer Zeit des Wartens und ungezählten Fragen von Werftbesuchern und Freunden der Werft ist der Termin des Stapellaufes nun festgelegt: am 02. August 2009 um 11.00 Uhr soll das Boot in die Förde gleiten!

 

Die Schlei ist flach - der Schleikahn auch -  Februar 2009
 

Nach dem Wikingerboot ist nun ein Schleikahn fertiggestellt worden. Dieser Bootstyp ist als Flachbodenschiff für die seichten Uferregionen geeignet, aber mit Steckschwert und Rigg (drei kurze Masten) auch segelbar. Das Boot ist in gewohnter Qualität sauber gearbeitet und liegt in der kleinen Bootsbauhalle.

Auf den Spuren der Wikinger - Dezember 2008
 

Es war schon winterlich kalt und der Punschduft zog schon durch die Stadt, als am 8. Dezember auf der Museumswerft ein Neubau von den Auftraggebern abgenommen wurde. Der Nachbau eines Wikingerbootes war vom Museum Schloß Gottorf in Auftrag gegeben worden, um die rekonstruierte Anlage der Wikingersiedlung in Haitabu um ein schwimmendes Exponat zu erweitern. Das Boot soll an dem Steg der Anlage seinen Liegeplatz finden und im Gebrauch sollen noch offene Detailfragen untersucht werden, da nicht alle Konstruktionsdetails zweifelsfrei aus den Originalfunden abzuleiten waren.

Die - wie immer - präzise handwerkliche Ausführung des Bootes durch Thomas Frömming und sein Team ist allein schon einen Besuch wert. Es ist aber auch unter dem Aspekt, dass es sich hier um den Nachbau eines archäologischen Fundes in Norwegen aus der Zeit um 1200 n. Chr. handelt, faszinierend, welch schöne und harmonische Boote unsere Vorfahren zu bauen vermochten.

Besonders elegant finde ich die Ausführung der Steven, die jeweils aus einem Stück Eiche herausgearbeitet sind. Die Linien der mit langem schrägen Blatt angeschlos-senen, geklinkerten Planken werden im Steven fortgesetzt und laufen dann aus - eine schön anzusehende, sinnvolle und stabile Lösung: die stark beanspruchten Stevenpartien sind aus einem gewachsenen Stück Holz, ohne durch Verbindungen geschwächt zu werden.

Sehenswert ist auch die Befestigung des Ruderblattes, welches mittels eines Weidenzweiges mit dem Rumpf verbunden ist. Der Zweig ist im Blatt festgekeilt und dann durch den Rumpf nach innen geführt. Hier ist das Holz aufgespalten und geflochten und wie ein Tau am Boot festgebunden. So ist das Ruderblatt ohne Scharnier drehbar und doch fest mit dem Boot verbunden.

Das Boot liegt noch bis voraussichtlich April 2009 in der Bootsbauhalle.